Sängerbund
Der Gesangverein Sängerbund wurde im Jahre 1878 im Gasthaus "Zum Engel" von folgenden Sangesfreunden gegründet: Karl Friedrich Durand, Karl Pfulb, Friedrich Schempp, als 1. Vorstand fungierte Friedrich Weis, Maurermeister, bis zum Jahre 1887. Die Chorleitung oblag Herrn Hauptlehrer Treusch. Das erste Lied, das er mit den Sängern einstudierte, war "Freuet euch in hoher Lust".
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| Der Chor im Jahre 1891 |
1895 fand die Fahnenweihe mit Gesangswettstreit im damaligen Rheingau-Sängerbund statt. Der Sängerbund hat in vielen Preissingen gute beachtliche Erfolge errungen. Als 1895 der Turnverein Welschneureut ein Stiftungsfest feierte, wurden auch die Gesangsvereine Liederkranz und Sängerbund Welschneureut zu den Feierlichkeiten eingeladen. Sie verschönten das Fest mit einigen Liedvorträgen. Ebenso beteiligten sich am 25jährigen Bestehen des Sängerbundes - am 28.6.1904 - u.a. der Liederkranz und Turnverein Welschneureut. Die Vereine in Welschneureut haben früher schon gute Kontakte gepflegt.
Von 1887 - 1907 lag die Vereinsleitung in den Händen von Karl Pfulb, ihm folgte für ein Jahr als 1. Vorstand Karl Fr. Merz, von 1908 - 1913 Hermann Gutknecht.
Der 1. Weltkrieg 1914 - 1918 zerschlug natürlich auch im Sängerbund, was in nahezu 35 Jahren aufgebaut wurde. Nach dem Krieg hatte Karl Buchleither als 1. Vorstand die Führung des Vereins und unter seiner Leitung konnte 1928 das 50jährige Bestehen mit Preissingen gefeiert werden.
Die Jubiläumsfeierlichkeiten waren auf den 9. - 11.6.1928 festgelegt. Das von Chormeister Kurt Ansmann sehr gut zusammengestellte Programm wurde von einem Streichquartett, dem befreundeten Gesangverein Eintracht Gutach und der Feuerwehrkapelle Welschneureut unterstützt. 30 befreundete Vereine beteiligten sich am Festzug. Während des Festaktes wurde die von den Frauen gestiftete Fahnenschleife überreicht.
| Die drei Gründer im Jahre 1928 | ||
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| Karl Friedrich Durand | Friedrich Schempp | Karl Pfulb, Ehrenvorstand |
1934 bis Kriegsbeginn war Julius Weis jun. 1. Vorsitzender. Durch die unruhigen Zeiten bedingt, wechselten auch beim Sängerbund öfter die Dirigenten, es waren dies nach Hauptlehrer Treusch:
Herr Marquetant (von 1887 - 1894), Karl Stark (1894 - 1898), Math. Wiebelt (1899 - 1906), Schweizer (1913 - 1914), E. Bernhard, Mangold, Hauptlehrer Karl Pfulb, Sohn des Gründers Karl Pfulb; ab 1925 Herr Ansmann und als letzter Dirigent bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges Herr Weigel aus Daxlanden.
Das NS-Regime stand den Übertritten der Mitglieder der Arbeiter-vereine - hier der Liederkranz Welschneureut - in die bürgerlichen Vereine, zu denen der konservative Sängerbund gehörte, anfangs recht argwöhnisch gegenüber. Aber die Sänger wollten gemeinsam den Wirren der Zeit widerstehen. 1935 unternahmen sie den ersten gemeinsamen Vereinsausflug an Pfingsten nach Gutach im Kinzigtal, er war das äußere Zeichen der guten Kameradschaft.
Unter der Chorleitung von Herrn Weigel nahm der Verein an verschiedenen Wertungssingen mit gutem Erfolg teil.

Der 2. Weltkrieg 1939 - 1945 brachte auch die Vereine an den Rand ihrer Existenz. Bei der im Januar 1942 in Karlsruhe stattgefundenen Kreissängertagung wurden die Vereine aufgefordert, sich auf Kriegsdauer zu örtlichen Chorgemeinschaften zusammenzuschließen, die Bezeichnung Gesangverein sollte wegfallen, stattdessen sollten sie sich "Männerchor" nennen. Die Chorgemeinschaft in Neureut wirkte hauptsächlich bei Gedenkfeiern für hiesige Gefallene mit.
Viele Sänger und Mitglieder des Vereins kehrten nicht mehr nach Hause zurück. Am 27.9.1944, nach einem Fliegerangriff, brannte das Vereinslokal "Zum Engel" aus, dabei verlor der Sängerbund seine Fahne, Pokale, Urkunden, den Flügel und sein ganzes Liedgut.






